Projekt

Das Initialprojekt – Enkel:innentauglich Leben in der Schweiz

Das Kursformat „Enkel:innentauglich Leben“ wurde ab 2016 vom Katholischen Bildungswerk Traunstein entwickelt und verbreitet, nachdem dieses eine Gemeinwohl-Bilanzierung mit gemacht hatte.

Im Jahr 2020 wurden in der Schweiz zwei Kurse durchgeführt, moderiert durch Jana Raus aus Freiburg im Breisgau. Dies motivierte die damaligen Organisator:innen, Rosa Tirler und Florentin Abächerli zusammen mit Roman Schwarzenbach zu mehr. Die Ideen wurden gesponnen, konkretisiert und mit der GWÖ Schweiz abgesprochen bis zur konkreten Projektformulierung. Durch das Projekt schafft die GWÖ Schweiz die personelle und strukturelle Basis für eine dauerhafte Verbreitung des Formates in der Deutschschweiz. Im Februar 2021 konnte eine finanzielle Projektunterstützung durch die Stiftung 3FO gewonnen werden.

  • Nach zwei parallelen Kursdurchführungen haben ein Teil der Teilnehmenden im August 2021 die zweieinhalb tägige Moderator:innenausbildung absolviert.
  • Das Kernteam mit Kim Jana Degen, Monika Keller und Florentin Abächerli hat sich etabliert.
  • Ab Herbst 2021 wurden in verschiedenen Regionen der Deutschschweiz Kurs für das breite Publikum durchgeführt.
  • Im September 2022 wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt 65 Teilnehmende haben über 300 konkrete persönliche Aktionen für die Nachhaltigkeit im Sinne der besprochenen Werte geplant und umgesetzt. Vereinzelt wurden Gruppenaktionen gestartet, bis hin zum Start eines Projektes für einen Unverpacktladen (in Jegenstorf).

Das Initialprojekt – Klimafreundlich Leben in der Schweiz

Der Erfolg motivierte die Urheber, das Schwesterformat „Klimafreundlich Leben“ zu entwickeln, welches ab ca. 2021 offiziell verfügbar wurde.

Das Schweizer Team war schnell überzeugt, dass auch in der Schweiz, Menschen zum brisanten Thema der Klimakrise auf die bekannte Weise zusammen und ins Handeln zu begleiten. Wir haben festgestellt, dass dies einige Anpassungen in den Kursunterlagen erfordert. Diese, sowie eine Pilotdurchführung, umfassen nun im Wesentlichen das Projekt, welches durch die Stiftung Movetia finanziell unterstützt wird. Bis spätestens März 2023 sollen die Unterlagen soweit bereit sein, dass ab dann eine Pilotdurchführung statt finden kann. Teilnehmenden gibt dieser Zeitplan die Möglichkeit, an der Moderator:innenausbildung von September teil zu nehmen.

Wozu?

Wie wir Menschen mit den natürlichen Ressourcen umgehen, stellt eine grosse Belastung für unsere Umwelt dar. Der Klimawandel mit den extremen Wettereireingissen und Temperathuren macht es uns direkt spürbar.

Aber Nachhaltigkeit ist mehr als „nur“ Umweltschutz, denn es berücksichtigt die drei Säulen Umwelt, Wirtschaft und Soziales. Zentrales Ziel ist die Ausgewogenheit zwischen diesen drei Bereichen.

Nachhaltiges Handeln ist also auf allen Ebenen und in allen Bereichen wichtig und auch im Alltag möglich. Es ist fair und weitsichtig, heute schon an morgen zu denken, damit auch die nachfolgenden Generationen eine lebensfreundliche Welt haben.

Unser Engagement unterstützt auf gesellschaftlicher Ebene die Agenda 2030 des Bundes mit ihren 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs).

Die Werte welche wir bei Enkel:innentauglich Leben behandeln, lassen sich direkt den 17 SDG’s zuordnen. Bei Klimafreudlich Leben sind die Felder, Mobilität, Ernährung, Wohnen und Konsum im Fokus – somit die wichtigsten Hebel um die CO2-Emissionen im Alltag zu senken.

Wie behandeln und vermitteln die relevanten Themen der Zeit – und noch besser, wir kommen vom Reden ins Tun, oder wie wir gerne sagen – vom Grübeln ins Handeln.

Interessante Ressourcen

Wie kann die sozial-ökologische Transformation einer Konsumerlebnisgesellschaft durch eine innere Transformation des Menschen unterstützt werden? Wie können wir lernen, weniger zu wollen, ohne etwas zu vermissen? Welche Formen des Persönlichkeitswachstums können das stetige Wirtschaftswachstum mindern?

Antworten auf diese Fragen, liefert der Ansatz der »sechs psychischen Ressourcen für nachhaltige Lebensstile«: Achtsamkeit, Genussfähigkeit, Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Sinnkonstruktion und Solidarität können sowohl das individuelle Wohlbefinden fördern als auch die Motivation zu nachhaltigem Verhalten erhöhen. 

Auf der Basis von Reflexions- und Selbsterfahrungsprozessen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Settings wie Schulen, Unternehmen und Wohnquartieren können sie eine sozial-ökologische Transformation unterstützen, die sich nicht im Rahmen von reinen Marketingmaßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung umsetzen lässt. 

Darüber schreibt Marcel Hunecke in seinem Buch: 

PSYCHOLOGIE DER NACHHALTIGKEIT Vom Nachhaltigkeitsmarketing zur sozial-ökologischen Transformation 

Marcel Hunecke ist Professor für Allgemeine Psychologie, Organisations- und Umweltpsychologie am Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften an der FH Dortmund und Privatdozent an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum. An der FH Dortmund leitet er die AG Umweltpsychologie in der transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung.